
Kleine Kratzer und Schrammen haben wir also schon abgehandelt. Nun zu den Schäden, die in der Werkstatt wirklich Geld kosten, wobei auch viele Profis mit Lacksprays arbeiten.
Schadensbeschreibung: ins Auge stechende, großflächige, rostbefallene Karosserie rund ums Auto. Einfach hässlich aber nicht hoffnungslos.
Schnellanleitung: Rost und abstehende, lose Lackteile komplett und großflächig mit Trockenschleifpapier , grobe Körnung, entfernen. Mit Silikonentferner gründlich reinigen. Hier arbeiten wir mit Lacksprays , daher muß die Umgebung vor Sprühnebel geschützt werden. Mit Zeitungspapier und Abdeckband sorgfältig abdecken (siehe Film). Die entstandenen Schleifspuren und Rostkrater mit Spachtelmasse oder Spritzfüller auffüllen. Schleifen, grundieren und mit dem Lackspray lackieren.
Als erste und härteste und wichtigste Arbeit beginne ich mit dem entfernen vom Rost. Trockenschleifpapier – grobe Körnung P 60 – um einen Schleifkorken geben und die rostigen Stellen absolut blank und großflächig schleifen. Es darf kein Rost mehr zu sehen sein. Die ehemalige Roststelle muß glänzen wie ein neuer Schilling (Euro).
Tipp von Max: Nachdem ich viel Schleifarbeiten zu erledigen habe verwende ich einen Einhandwinkelschleifer mit Aufsatz. Funktioniert super und schleift in 3 min genausoviel wie mit der Hand in 20 min.
Tipp von Max: Abdecken ist zwar mühevoll, aber viel einfacher als später Sprühnebel von Scheiben, Reifen und Lack zu entfernen.
Passt. Blank geschliffen und Pause. Jetzt mit Silikonentferner die Stelle gründlich reinigen.
Der Rost hat der Karosserie schwer zugesetzt und tiefe Krater hinterlassen. Diese Krater fülle ich mit Feinspachtelmasse. Nach ca. 15 min ist die Masse ausgehärtet und wird trocken geschliffen (Körnung P120). Auf keinen Fall die Ausgleichsmasse nass schleifen, da diese Wasser aufnimmt.
Jetzt muß alles was nicht grundiert und lackiert wird vor Sprühnebel geschützt werden. Dazu nehme ich Zeitungspapier und Abdeckband.

Und jetzt kommt das erste Mal ein Spray zum Einsatz. Die Rostschutz-Grundierung. Dose lange und gut schütteln bis sich die Komponenten in der Dose vermischen. Das hört man aufgrund einer kleine Kugel die in der Dose ist. Wenn sich die Kugel locker in der Dose bewegt – passts (ca. 5 min). Auf die Dose kommt der Spraymaster – damit lackiert man wie mit einer Spritzpistole und bekommt keinen Krampffinger. Grundierung, Füller und Lacke sind nicht für die Lunge bestimmt – also Schutzmaske tragen. Laut Hersteller ist zwar alles ungefährlich, aber das hat man bei Tschernobyl auch gesagt.
Jetzt in mehreren dünnen Schichten (3 – 5) die Rostschutz-Grundierung aufsprayen. Zwischen den Spritzgängen 2 – 3 min ablüften lassen. Idealabstand ist 30 cm, Idealtemperatur ist 15 – 20 Grad.
Cool, Grundierung ist drauf.
Nach der Grundierung kommt nur noch Lack und Klarlack. Beide sind nicht dazu geeignet Schleifspuren zu überdecken.
Ich verwende daher zum Schleifen der Grundierung ein Schleifvlies oder Wasserschleifpapier Körnung P500 – P800. Hier ist sorgfältiges Arbeiten ganz wichtig. Alle Unebenheiten müssen plan geschliffen sein. Wer bis auf Kitt oder Blech durchschleift muß diese Stelle wiederum grundieren.
Nun kommt Lackspray, Schutzmaske und Spraymaster. Den Lackspray 5 min kräftig schütteln bis die Kugel hörbar anschlägt. Spraymaster drauf und in mehreren Schichten dünn lackieren. Idealabstand ist 30 cm, Idealtemperatur ist 15 – 20 Grad. Nicht zuviel Lack auf einmal aufsprayen, da ansonsten der Lack abläuft. Wichtig! Film anschauen für richtiges lackieren.
Tipp von Max: Sprühprobe auf Zeitungspapier. Dient zur Kontrolle des Farbtones und gibt ein Gefühl für Menge und Spritzbild des Lacksprays.
Nach ca. 30 min. Trocknungszeit kommt der Klarlack über die Lackschicht. Den Klarlack ebenso gut schütteln und in mehreren dünnen Schichten (mindestens 5) auftragen. Zwischen den Spritzgängen den Klarlack ablüften lassen. Der Klarlack schützt die Metallic-Teilchen vor Oxidation, läßt den Lack glänzen und ist als Schutzschicht unbedingt notwendig. Achtung! Bei Unilacke wird kein Klarlack benötigt. Wer sich nicht sicher ist, einfach mich fragen.
Nach ca. 1 Stunden Trockenzeit ist der Klarlack hart genug um das Abdeckpapier zu entfernen. Yeah – jetzt bin ich stolz auf meine Arbeit und auf mein Auto. Bei genauerer Betrachtung sehe ich eine kleine Kante am Übergang. Ist aber kein Problem. Nach 2 – 3 Tage ist der Klarlack komplett ausgehärtet und ich kann die Kante einfach mit Wasserschleifpapier P2000 sehr vorsichtig abnehmen und anschließend auf Hochglanz polieren.
Jetzt ist das wunderschöne Auto wieder wie neu. Unbedingt das ganze Auto polieren und mit Hartwachs konservieren um die Freude über das selbst reparierte Auto zu verdoppeln. ![]()